Wenn die Stimme den Raum wechselt
Alessandra Eramo – Solo for voice and tape

Im Rahmen der Ausstellung You are here since you left von Margarita Wenzel

Vielleicht beginnt eine Stimme nicht im Mund. Vielleicht beginnt sie im Stein, in einer Wand, in einem Atemzug, in der Erinnerung eines Raumes.

In ihrer Performance Solo for voice and tape verbindet Alessandra Eramo Stimme, Körper und Raum. Die Stimme löst sich dabei von Sprache und wird zu Klang, Geräusch, Rhythmus und Bewegung. Sie dehnt sich aus, bricht, verwandelt sich und trifft auf ein Tonband, das Spuren von Erinnerung und Abwesenheit trägt.

Im Historischen Keller wird der Raum selbst zum Resonanzkörper. Was zunächst als Stimme beginnt, geht über in etwas Körperliches, Räumliches, vielleicht sogar Materielles.

In der Begegnung mit Margarita Wenzels Installation entsteht eine Bewegung zwischen Material und Stimme, zwischen Erinnerung und Gegenwart, zwischen dem, was sichtbar ist, und dem, was sich erst im Hören eröffnet.

Vielleicht beginnt hier auch die Stimme des Raumes.

Alessandra Eramo ist eine in Berlin lebende Klangkünstlerin und Vokalistin. In ihren Performances, Installationen, Arbeiten der Lautpoesie, Radiokunst und Videos erforscht sie die verborgenen akustischen Möglichkeiten der Stimme und des Geräuschs. Ihre Arbeiten kreisen um Körper, Erinnerung, Migration und Ökologie und entstehen häufig in Auseinandersetzung mit spezifischen Räumen. Eramo hat international in Museen, Galerien und auf Festivals für experimentelle Musik gearbeitet, unter anderem bei MaerzMusik Berlin, Deutschlandfunk Kultur Klangkunst und der Biennale di Venezia.